Großer Erfolg für die Hochschule Anhalt: Prof. Dr. Claudia Grewe vom Fachbereich Angewandte Biowissenschaften und Prozesstechnik ist beim Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation des Landes Sachsen-Anhalt mit dem dritten Platz ausgezeichnet worden. In der Kategorie „Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung“ überzeugte sie die Jury mit dem Projekt „Entwicklung eines Moos-Photobioreaktors zur Saatgutbereitstellung auf wiedervernässten Moorflächen“. Gewürdigt wurde damit ihre Forschung zur großtechnischen Vermehrung von Torfmoosen für den Einsatz in wiedervernässten Mooren.
Moore gehören zu den wichtigsten natürlichen Kohlenstoffspeichern. Werden sie entwässert, setzen sie große Mengen an Treibhausgasen frei. Die Wiedervernässung von Moorflächen gilt deshalb als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Eine zentrale Rolle spielen dabei Torfmoose, die die Grundlage für die Neubildung von Torf bilden. Genau hier setzt das Forschungsprojekt „MoosStart“ von Prof. Dr. Claudia Grewe an. Gemeinsam mit ihrem Team entwickelt sie Verfahren, um Torfmoose unter kontrollierten Bedingungen im Labor und später im größeren Maßstab zu vermehren. Ziel ist es, ausreichend hochwertiges Saatgut für die Wiederbegrünung wiedervernässter Moorflächen bereitzustellen.
Der Präsident der Hochschule Anhalt, Prof. Dr. Jörg Bagdahn sagte: „Die Auszeichnung zeigt, wie wichtig Wissenschaft und Forschung für die großen Herausforderungen unserer Zeit ist. Klimaschutz gelingt nur, wenn wir neue Wege denken und nachhaltige Lösungen entwickeln, die sich auch in der Praxis umsetzen lassen. Professsorin Grewe trägt mit ihrem Team dazu bei, natürliche Klimaschützer wie Moore wieder stärker in den Fokus zu rücken und gleichzeitig Perspektiven für eine nachhaltige Nutzung zu schaffen. Gratulieren möchte ich auch dem zweiten Team unserer Hochschule. Es war mit der „Biodiversitätsfreundlichen Agriphotovoltaik-Anlage" für den Sonderpreis „Anpassung an den Klimawandel" nominiert. Mit zwei Nominierungen und einem Platz auf dem Podium ist das ein starkes Ergebnis für die angewandte Forschung unserer Hochschule und des Landes.
Für ihre Forschung nutzt die Verfahrenstechnikerin Erfahrungen aus der Algenbiotechnologie. Im Projekt werden spezielle Photobioreaktoren entwickelt, in denen Torfmoose effizient vermehrt werden können. Damit soll eine Voraussetzung geschaffen werden, um Moore schneller zu renaturieren und langfristig den Einsatz von Torf im Gartenbau zu reduzieren.
Der Hugo-Junkers-Preis zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen für Forschung und Innovation in Sachsen-Anhalt. Mit ihm werden herausragende wissenschaftliche Leistungen und innovative Entwicklungen gewürdigt, die einen Beitrag zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung des Landes leisten.
Die Hochschule Anhalt gratuliert Prof. Dr. Claudia Grewe und ihrem Forschungsteam herzlich zu dieser Auszeichnung.
Herausgeber: Hochschule Anhalt | Stabstelle Presse
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