Wer schon immer mal wissen wollte, wozu bei der Salzgewinnung eine Dampfmaschine benötigt wurde und wie diese funktioniert, der kann sich in Bad Dürrenberg weiterbilden.
Auf einer Fläche von ca. 200qm steht der Nachbau einer von 1808 bis 1811 im Salzwerk gebauten Brendelschen Dampfmaschine. Verantwortlich zeichnet hierfür als Mitglied des Heimatbundes Bad Dürrenberg Fachkollege Dipl.-Ing. Eberhard Richter, der diesen Nachbau nicht nur selbst hergestellt, sondern die Funktionsweise ebenso mit umfangreichem historischen und technischen Faktenwissen aufbereitet hat.
Die Dampfmaschine
Zu den technischen Errungenschaften aus der Anfangszeit, der Industrialisierung gehörte neben vielen anderen, die Dampfmaschine. Diese Maschine wurde zunächst von Thomas Newcomen 1712 auf Basis von Vorgängergeräten gebaut. Sie ist später durch James Watt im erheblichen Maße verbessert worden, so dass er auf dieser Basis am 5. Januar 1769 ein entsprechendes Patent erhalten hatte. Weiterentwicklungen, dieses Typs erfolgten u. a. durch den Ingenieur C. F. Brendel.
Sie besteht aus einem mit Wasser gefüllten Behälter (1), einer Befeuerung (2), dampfführenden Rohrleitungen (3), einem Kolben mit Pleuelstange (4) und einem Schwungrad (5).
Die Befeuerung (2) unter dem Behälter lässt das darin befindliche Wasser, verdampfen. Der Wasserdampf wird mit Rohrleitungen (3) zum Kolben transportiert; nun bewegt der Dampf den Kolben in seinem Zylinder (4). Am Kolben angebracht ist ein Pleuel (4), welches die horizontale Bewegung an das Schwungrad überträgt (5).
Arbeitsgänge
So wird im Arbeitsgang 1 der Kolben durch den Dampf horizontal bewegt.
Im Arbeitsgang 2 verursacht das Schwungrad wiederum bei einer Volldrehung die Rückbewegung am sogenannten Totpunkt des Kolbens in Richtung der Ausgangslage.
Der vorliegende Dampfdruck wirkt nun im Arbeitsgang 3 wieder als treibende Kraft zur weiteren Kolbenbewegung.
Der Vorgang wiederholt sich nun so lange die Feuerung in Betrieb ist automatisch; oder bis die Mindestwassermenge im Behälter erreicht ist, welche zu einem manuellen Abbruch führen muss, um den Wasserbehälter nicht zu überhitzen und damit zu zerstören.
Denn so heißt es in einem geflügelten Merksatz für Arbeiter an Dampfkesseln:
„Des Heizers Blick sei stets gewandt auf Kesseldruck und Wasserstand!“
Marc Poppe
Redaktionsmitglied IngPost







































