Nach mehrjähriger Pause ist das Köthener Rührer‑Kolloquium am 7.Mai 2026 erfolgreich zurückgekehrt. Eingebettet in die Feierlichkeiten zum 100‑jährigen Bestehen des „Grünen Gebäudes“ der Hochschule Anhalt und unterstützt durch den VDI Bezirksverein Halle, bot die Veranstaltung erneut eine zentrale Plattform für den fachlichen Austausch rund um die Rühr‑ und Mischtechnik.
Rückblick und Einordnung
Nach der letzten Durchführung im Jahr 2019 markiert die diesjährige Veranstaltung die Wiederaufnahme eines etablierten Formats, das über viele Jahre hinweg die Fachcommunity geprägt hat.
Einen besonderen Akzent setzte der Beitrag von Prof. Dr.-Ing. Reinhard Sperling, der in einem engagierten und zugleich persönlichen Plädoyer für die Rührtechnik die Entwicklung des Kolloquiums bis zum Jahr 2012 nachzeichnete. Dabei wurde eindrucksvoll deutlich, wie sich die Veranstaltung über die Jahre hinweg zu einem wichtigen Treffpunkt für Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Anlagenbau und industrieller Praxis entwickelt hat.
Sein Rückblick unterstrich nicht nur die fachliche Kontinuität, sondern auch die Bedeutung des Kolloquiums als Ort des Austauschs und der gemeinsamen Weiterentwicklung ingenieurtechnischer Lösungen.
Tradition in guten Händen
Dass das Kolloquium nun wieder aufgegriffen wurde, ist maßgeblich dem Engagement von Prof. Dr.-Ing. Stefan Wollny zu verdanken, der als Hauptorganisator die Tradition fortführt und gleichzeitig neue Impulse setzt. Damit gelingt die Verbindung von gewachsener fachlicher Substanz mit aktuellen Fragestellungen der Verfahrenstechnik.
Rührtechnik im Kontext von Energiewende und Klimaschutz
Ein roter Faden mehrerer Vorträge war die zunehmende Bedeutung der Rührtechnik im Kontext von Energiewende und Klimaschutz. Misch- und Reaktorsysteme spielen eine zentrale Rolle in zahlreichen Schlüsselprozessen – von der chemischen Industrie über die Biotechnologie bis hin zu Anwendungen im Bereich erneuerbarer Energien.
Diskutiert wurden unter anderem:
- Energieeffiziente Auslegung und Betrieb von Rührwerken, um den Energieverbrauch zu senken
- Optimierung von Stoff- und Wärmeübergängen, die maßgeblich zur Emissionsreduktion beitragen
- Verfahrenstechnische Lösungen für neue Prozessketten, etwa im Umfeld biobasierter und kreislauforientierter Ansätze.
Damit wurde deutlich: Klassische Disziplinen der Verfahrenstechnik leisten einen wichtigen Beitrag zur Transformation industrieller Prozesse.
Aktuelle Themen der Rührtechnik
Darüber hinaus spiegelte das Vortragsprogramm die technischen Herausforderungen der Branche wider:
- Simulation und Digitalisierung zur verbesserten Prozessauslegung
- Komplexe Mehrphasensysteme wie Gas‑Flüssig‑ und Feststoffsysteme
- Scale‑up‑Fragestellungen beim Übergang in den Industriemaßstab
Die Beiträge zeigten, dass klassische ingenieurwissenschaftliche Themen weiterhin hoch relevant sind und zunehmend durch digitale Methoden ergänzt werden.
Austausch als zentraler Mehrwert
Neben den Fachvorträgen bot das Kolloquium zahlreiche Gelegenheiten zum persönlichen Austausch. Gerade diese Gespräche tragen wesentlich dazu bei, Erfahrungen zu teilen, neue Perspektiven zu gewinnen und Lösungsansätze weiterzuentwickeln.
Fazit
Die Wiederauflage des Köthener Rührer‑Kolloquiums im Jubiläumsjahr des „Grünen Gebäudes“ kann als voller Erfolg gewertet werden. Der Rückblick von Prof. Dr.-Ing. Reinhard Sperling machte eindrucksvoll deutlich, wie stark die Veranstaltung in der Fachcommunity verankert ist, während Prof. Dr.-Ing. Stefan Wollny die erfolgreiche Fortführung dieser Tradition sicherstellt.
Mit Unterstützung des VDI zeigt sich einmal mehr: Formate wie dieses sind essenziell, um Wissen zu bündeln, Netzwerke zu stärken und die Zukunft der Verfahrenstechnik – auch im Kontext von Energiewende und Klimaschutz - aktiv zu gestalten.
Sebastian Altwasser
Vorstandsmitglied
Hallescher Bezirksverein




































