20 VDI-Mitglieder und Gäste waren am 26. April 2018 der Einladung der VDI Gruppe Burgenlandkreis nach Karsdorf gefolgt. 14.00 begann der Treff mit einem archäologischen Streifzug durch das untere Unstruttal.



Frau Riedel erklärte uns in der Naturbildungsstätte Karsdorf sehr anschaulich an Originalfunden der zurückliegenden Jahre, u.a. auch beim Bau der Eisenbahnbrücke, dass in dieser Gegend um Wennungen wohl eine der größten bronze- und eisenzeitlichen Siedlungen auf dem Gebiet Sachsen-Anhalts existierte. Offen sind die Räume in der Straße der Einheit 30 von Montag bis Freitag 07.00 Uhr bis 13.00 Uhr. Führungen finden aber auch außerhalb dieser Zeit statt (Frau Riedel 0172-1621884)

15.00 Uhr erwarteten uns schon Herr Skupin und Herr Kugler in der OPTERRA Zement GmbH, Werk Karsdorf (www.opterra-crh.com).

Das Werk zählt zu den führenden Zementproduzenten in Deutschland. Mit ca. 240 Mitarbeitern und 2 Ofenlinien werden jährlich ca. 2,3 Mio. t Zement der unterschiedlichsten Sorten produziert. Der Karsdorfer Kombi-Turm ermöglicht es, Spezialbindemittel herzustellen, die individuell auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind. In Karsdorf wird eine umfangreiche Palette an Portland-, Portlandkomposit- und Hochofenzementen sowie Spezialbindemitteln produziert.

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Die sehr interessante Führung begann mit einem Blick in den Tagebau, setzte sich über die Rohstoffbunker und das gesamte Werksgelände bis zum Labor und der Leitwarte fort. Obwohl hier auch Stoffe, die noch nicht anders recycelt werden, wie Altreifen oder aufbereitete Gewerbeabfälle in den Ofen wandern, liegen die Emissionen in der Anlage unter den gesetzlichen Vorgaben.

Mit Investitionen in das SCR-Verfahren, in Höhe von 23 Mio. Euro wurde der Grundstein zur weiteren Reduktion von Stickoxiden gelegt, eine wichtige Investition in die Zukunft des Unternehmens.

Beim SCR-Verfahren, der Selective Catalytic Reduction, wird Ammoniak (NH3) in den Rauchgasstrom eingedüst. Dabei wandeln sich Stickoxide in Stickstoff (N2) und Wasser (H2O) um. Diese chemische Reaktion wird durch einen Katalysator beschleunigt. Um eine Entstehung von Ammoniumsalzen zu verhindern, die die Katalysatorporen verstopfen würden, erfolgt der Betrieb der Katalysatoren meist bei Temperaturen von über 320 °C. Oberhalb dieser Temperatur entstehen diese Salze nicht.

Vielen Dank an dieser Stelle dem Werkleiter Herrn Perschall und der Assistentin des Werkleiters Frau Neuber, die diesen Besuch erst ermöglichten.


Dieter Gödicke
Leiter der VDI-Bezirksgruppe
Burgenlandkreis