Das Schülerpraktikum für die Preisträger des Wettbewerbes „chemkids“

Im Hinblick auf die Ergebnisse der Pisa-Studie aber auch in Anbetracht der Tatsache, dass in einigen Jahren in der Industrie qualifizierte junge Kräfte gesucht werden, wurde 2003 der Experimentalwettbewerb „chemkids“ für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 8 aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von engagierten Lehrern dieser Länder mit Unterstützung des Verbandes der Chemischen Industrie e.V., Landesverband Nordost ins Leben gerufen. Von Anbeginn war auch das Schülerlabor "Chemie zum Anfassen" dabei aktiv einbezogen.

Die Resonanz auf diesen Wettbewerb ist sehr gut, in diesem Wettbewerbsjahr (2010/11) gab es knapp 3.100 Einsendungen aus 255 Schulen. Etwa 50% der Teilnehmer waren Mädchen. Besonders aktiv sind die Schülerinnen und Schüler in Thüringen.

In den ersten beiden Runden erkundeten die Teilnehmer das Verhalten von Gips und Zitronensäure („Gip(t)s denn sowas?“ und „Rundi untersucht E330“). Die 40 Besten der einzelnen Bundesländer erhielten Bücher, Experimentierkästen  und andere Sachpreise zu den jeweils in Berlin, Schwedt, Rostock, Leipzig, Erfurt und Merseburg durchgeführten zentralen Auszeichnungsveranstaltungen überreicht. Auf die Besten aus den Klassenstufen 7 und 8 warten nun drei ereignisreiche Tage an der Hochschule Merseburg.

Die 55 Schülerinnen und Schüler führten dieses Praktikum vom 26. bis 28. Oktober durch. Die Preisträger beschäftigten sich mit einer Vielzahl naturwissenschaftlich-technischer Themen. Im Chemielabor befassten sich die Preisträger z.B. mit der Isolierung, den Eigenschaften und dem Einsatz von Naturfarbstoffen, der Reinigung von Wasser oder der Herstellung von Seife. Computergestütztes Konstruieren, Kunststoffprüfung und die Vorlesung „Aschenputtel Adé – so trennt man heute“ von Prof. Dr.-Ing. Thomas Martin erlaubten einen Blick in die Arbeitsaufgaben von Ingenieuren.

Als sportlicher Ausgleich ging es am Donnerstagabend vom Labor aus direkt zum Bowling.

Die Experimentiergruppen wurden zu jedem Praktikum neu zusammen gestellt, dadurch wurden sehr schnell Barrieren zwischen den Schülern überwunden. Die Atmosphäre in der Mensa und der Fakt, zwischen all den Studenten sitzen zu dürfen, trug noch ihr Übriges dazu bei. Untergebracht waren die Jugendlichen im Sky-Hotel.

Aber auch die Betreuer nutzten die Zeit in Merseburg effektiv. Sie bereiteten die Experimente und Aufgaben für die kommende Frühjahrsrunde vor.

Dr. Almut Vogt
Ausgabe 5/2011