Existenzgründer stellen sich vor:
P&K Wasserstrahlschneiden UG


Unternehmen, die Dienstleistungen zum Trennen von Materialien anbieten, haben es oft mit sehr vielseitigen Kundenwünschen zu tun. Verschiedenste Geometrien sollen aus unterschiedlichsten Materialien erzeugt werden. Die beiden UNIVATIONS-Gründer Matthias Pescht und Mario Kabisch haben diesen Bedarf erkannt und sich auf das sogenannte Wasserstrahlschneiden, ein innovatives Trennverfahren zur Bearbeitung von Materialien aller Art, spezialisiert.

Im Vergleich zu herkömmlichen Schneidemethoden können mit dem haarfeinen Wasserstrahl filigrane und komplizierte Konturen geschnitten werden. Durch die hohe Geschwindigkeit von 900 m/s, bezogen auf Luft entspricht dies etwa der dreifachen Schallgeschwindigkeit, ergibt sich eine präzise Schnittgenauigkeit und hohe Schnittqualität. Damit entstehen Schnittfugen, die mit dem bloßen Auge fast nicht wahrgenommen werden können. Die schmale Schnittfuge ermöglicht eine optimale Materialausnutzung, so dass Rohstoff-Ressourcen geschont und Werkstoffkosten gesenkt werden.

Die Köpfe der Ende Januar 2010 gegründeten Firma „P&K Wasserstrahlschneiden UG (haftungsbeschränkt)“, mit zukünftigem Sitz in Halle-Trotha, blicken auf mehrjährige Berufserfahrungen im Bereich Maschinen- und Metallbau zurück. Sowohl Matthias Pescht u.a. Kundenbetreuer bei einem der führenden Lichtwerbehersteller Europas und angehender Diplom-Betriebswirt- als auch Mario Kabisch - diplomierter Wirtschaftsingenieur und ehemaliger Vertriebsleiter in einem internationalen Messebauunternehmen - bringen ein vielschichtiges Wissen in die Existenzgründung ein. Die jahrelang gewachsenen Kontakte der beiden Gesellschafter sollen nun den Markteintritt des Unternehmens erleichtern und die Etablierung beschleunigen. Die besten Marktchancen hätte das Verfahren, nach Meinung von Pescht und Kabisch, im Marktsegment Werkzeugbau, Lichtwerbung, Maschinenbau, Automobil-, Flugzeug- und Raumfahrtindustrie.

Auch in der Medizintechnik ist das Trennverfahren sehr gefragt, da eine Hochdrucksterilisation stattfindet, die das Material keimfrei macht.

Unser Tipp für angehende Gründer: „Man sollte genügend Zeit und Geld bei der Existenzgründung einplanen. Auch ein Polster an Eigenkapital muss vorhanden sein, da man an vielen Stellen ohne dieses nicht weiterkommt.“

Die Zukunftsversion der beiden Unternehmer ist der Aufbau eines umfassenden Fertigungszentrums für die Werkstoffbearbeitung sowie die Erweiterung der Angebotspalette. Zunächst wollen sich die beiden Gründer auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen konzentrieren, die die Vorteile des Schneidens mithilfe des Wasserstrahls nutzen wollen, jedoch keine eigene Maschine haben. Diese haben sich die Gründer zum Start der Unternehmung angeschafft.

Perspektivisch will „P&K Wasserstrahlschneiden“ in die Klein- und Mittelserienfertigung gehen und später eigene Produktserien am Markt etablieren, die sich im Modellbau, Formenbau und der Einzelbuchstabenfertigung bewegen. Noch in diesem Geschäftsjahr ist geplant, einen Mitarbeiter in der Fertigung einzustellen. Auf ihre Technologie möchten die beiden Unternehmer u.a. auf diversen Fachmessen, wie der Z-Zuliefermesse und der Intec in Leipzig aufmerksam machen. Eine Homepage befindet sich noch im Aufbau.

Annekatrin Lacroix,
UNIVATIONS Team

Foto: Herr Behne
Ausgabe 1/2010