
13 Teilnehmer fanden sich am 5. Mai 2009 in Halle-Oppin bei der Fa. Tönsmeier Entsorgungsdienste GmbH / Kunststoffartensortierung Oppin GmbH & Co. KG ein. Die „Unglückszahl“ 13 schreckte niemanden ab, hatte sich das „Unglück“ sicher schon damit erledigt, dass der ursprünglich geplante Besuchstermin wegen dringender Terminprobleme kurzfristig verschoben werden musste. Der Geschäftsführer, Herr Bartels, selbst VDI-Mitglied, allerdings im Braunschweiger BV beheimatet, empfing die Gruppe und informierte zunächst über das traditionsreiche im Familienbesitz befindliche mittelständische Unternehmen mit dem Stammsitz in Porta Westfalica und speziell über die in Oppin betriebenen Anlagen. Schon in dieser Einführungsrunde gab es viele Fragen, die teils tief in die Abfall- und Entsorgungswirtschaft eindrangen.
Es folgte der Rundgang durch die neue LVP-Sortieranlage (
Leicht-
Ver-
Packung) unter sachkundiger Führung durch den Anlagenleiter, Herrn Thiel. Die Anlage arbeitet seit März 2008 zur vollsten Zufriedenheit. Beginnend in der Lager- und Aufgabehalle, in der die gelagerten Inhalte der gelben Tonnen bzw. die gelben Säcke mittels Radlader über Dosierschnecken auf die Zuführungsbänder verteilt werden, ging es in die große Halle mit der Sortieranlage. Der Anblick war zunächst verwirrend und beeindruckend. Ein lärmendes, ca. 3 Etagen umfassendes Stahlungetüm erwartete die Besucher. Durchzogen von einer Vielzahl von Treppenauf- und -abgängen, Lauf- und Übergängen, in denen wir uns ohne die zielsichere Führung schnell verlaufen hätten. Dominierend die Vielzahl auf- und abführender Transportbänder mit unterschiedlichsten Materialfraktionen, dazwischen die verschiedenen Geräte (Siebtrommeln, Windsichter, Magnetabscheider, Wirbelstromabscheider, Nah-Infrarot-Module) zur Trennung der Stoffe. Wichtigstes Gerät im Eingangsbereich ist eine von 2 großen Siebtrommeln, in der das lose LVP auf drei unterschiedliche Korngrößen abgesiebt wird. Diese sowie eine weitere kleinere Siebtrommel trennen die Materialströme in Teilströme auf, aus denen anschließend durch unterschiedlichste Trennapparate die einzelnen Materialfraktionen abgetrennt werden.

Die in der ersten Siebtrommel abgeschiedenen übergroßen Anteile gehen zurück in die Aufgabehalle, werden zerkleinert und dem Kreislauf wieder zugeführt. Aus den klassierten und möglichst weitgehend von großen LVP-Störstoffen befreiten Materialien werden an Einzelstationen Weißbleche, Aluminium, Verbundmaterialien (Getränkekartons) und Kunststoffe aussortiert. Über Nah-Infrarot-Trennautomaten werden aus den Kunststoffen möglichst sortenreine Teilströme aus PE, PP, PS, PET von den sonstigen Mischkunststoffen abgetrennt. In einem abgeschlossenen klimatisierten Anlagenteil, der auch die zentrale Leitwarte umfasst, werden an Einzelarbeitsplätzen händisch noch wenige nicht erkannte Fehlmaterialien aus den Teilströmen entfernt. Ziel ist es, die für die Abgabe an die weiterverarbeitenden Unternehmen notwendigen Reinheitsgrade zu gewährleisten. Die sortierten Fraktionen verlassen über eine Bunkeranlage als Fraktions-Ballen gepresst die LVP-Sortieranlage.
Nach dem Rundgang wartete im Aufenthaltsraum noch eine kleine Stärkung auf die Besucher, und in einer abschließenden, kaum versiegenden Fragerunde wurden die gewonnenen Eindrücke vertieft und abgerundet. Das große Interesse aller Teilnehmer kam letztlich darin zum Ausdruck, dass der Besuch mit gut 3 Stunden weit über die ursprünglich geplante Zeit hinausging. Herrn Bartels und Herrn Thiel gebührt besonderer Dank für die hervorragende Betreuung unserer Gruppe.