Jugend forscht im südlichen Sachsen-Anhalt
mit interessanten Beiträgen in der Sparte Technik

Axel und Tim Kohlmann
Gymnasium Carolinum Bernburg

"Ein Segen für Vergessliche - Energiesparen leicht gemacht. Mit Sicherheit!"

Sonderpreis Umwelt "Schüler experimentieren"

Tom Stiehler
Paul-Gerhardt-Gymnasium Gräfenhainichen

"Ein alter Motor mit Zukunft"

1. Preis "Schüler experimentieren"

Anton Anders und Sebastian Heerwald
Paul-Gerhardt-Gymnasium Gräfenhainichen

"Elektronisch gesteuerte Verfolgung von Einzellern bei Mikroskopen"

1. Preis "Jugend forscht"

Der Wettbewerb Jugend  forscht fand in diesem Jahr im südlichen Sachsen-Anhalt wiederum an zwei Standorten statt. Die erste Runde war am Mittwoch, dem 4. März 2009 im Bildungszentrum Waggonbau Ammendorf in Halle.

Im Fachgebiet Technik waren 5 eingereichte Arbeiten zu bewerten, wovon 3 unter die Rubrik Jugend forscht und zwei unter Schüler experimentieren fielen. Insgesamt waren 45 Teilnehmer in Halle, davon 28 Jungen und 17 Mädchen, mit 29 Arbeiten vertreten. Die Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 18 Jahren haben in der Sparte Technik gezeigt, dass  sie sich sehr bewusst mit  dem selbst gewählten Thema und zum Teil auch mit sehr speziellen Fragen der Technik auseinander gesetzt haben. Für uns als Juroren war es daher schwierig, eine differenziert Bewertung vorzunehmen, da jeder Teilnehmer eine gute Arbeit abgeliefert und alle eine überzeugende Präsentation am jeweiligen  Stand gezeigt haben. Erst bei den gestellten Fragen seitens der Juroren, konnte man fest stellen, wie stark der Grad der Eigenmotivation und die Mithilfe von technikbegeisterten Erwachsenen die Arbeit und das vorgestellte Ergebnis beeinflusst haben.


Stefan Schubert (18)
Erik Tauchert (10)
Henrietta Weinberg (12) und Pauline Ahrens (11)
Die Preisverteilung sah nach einer ausgiebigen Bewertungsrunde wie folgt aus:

Bei Schüler experimentieren wurde der erste Preis an Henrietta Weinberg (12) und Pauline Ahrens (11) vom Georg-Cantor-Gymnasium Halle vergeben. Sie überzeugten mit einem wärmespeichernden Kleintierkäfig zur Überwinterung von Kaninchen im Freien und haben mit viel Fleiß, Sachverstand und Mühe eine funktionierende Lösung erprobt. Diese Arbeit erhielt dann beim kürzlich stattgefundenen Landeswettbewerb Sachsen-Anhalt den Sonderpreis des VDI!

Den zweiten Platz belegte Erik Tauchert (10), ebenfalls vom Georg-Cantor-Gymnasium Halle, für seine Überlegungen zur Klimaforschung anhand eines wärmespeichernden Systems zur Raumheizung im Einfamilienhaus.

Von den Arbeiten zu Jugend forscht wurden die Untersuchungen zur Fördertechnik in der Automobilindustrie von Stefan Schubert (18), Europagymnasium „R. v. Weizsäcker“ in Thale, auf den ersten Platz gesetzt. Hier waren anspruchsvolle logistische Simulationen und Programmierungen vorgenommen worden, die sowohl technisches Verständnis als auch abstrakte mathematische Zusammenhänge und deren Umsetzung in entsprechende Software beinhalteten.

Platz zwei ging an Paul Seidel (16) und Jan Bielau (17) vom Guthsmuths-Gymnasium in Quedlinburg, die in einem großtechnischen Versuch Folsäure auf eine Kläranlage in Schielo aufbrachten, um deren Einfluss auf die Minderung des Klärschlammanfalls zu ermitteln. Entgegen den Verheißungen aus einem Forschungsreport mussten die Jungen feststellen, dass es zu starker  Oberflächentrübung in der Kläranlage kam und die erhofften Effekte nicht eintraten. Der Versuch musste abgebrochen werden, um ein Schädigung des Klärprozesses zu vermeiden. Hier zeigte sich , dass auch negative Ergebnisse Erkenntnisfortschritt bringen können und man  nicht alles, was von Wissenschaftlern publiziert wird als gegebene Tatsachen ohne kritische Überprüfung hin nehmen kann.

Mit dem dritten Platz wurde Henrik Daniel (18) vom Europagymnasium „R. v. Weizsäcker“ in Thale für seine Untersuchung der Rauheitskennwerte an Sinterformteilen, speziell in PKW-Motoren, bedacht. Die Arbeit war zwar sehr praxisnah angelegt, konnte aber auf Grund der fehlenden Erläuterung der Zielstellung  und Grundlagen sowie nicht vorhandener Interpretation der Ergebnisse der Messreihen nur an die dritte Position gesetzt werden.

Die Preisverleihung für die Hallenser Runde fand am Nachmittag in würdigem Rahmen in der traditionsreichen und hochmodernen Halloren Schokoladenfabrik Halle statt.

Am 10.März 2009 fand dann die zweite Runde bei der Firma Bayer Bitterfeld in Bitterfeld-Wolfen Ortsteil Greppin des 13. Regionalwettbewerbs "Jugend forscht" statt. Der Bereich Technik war hier mit insgesamt 10 Arbeiten (eine davon ursprünglich im Fachgebiet Biologie eingereicht) sehr stark vertreten, wobei die Beiträge recht ausgewogen auf die Rubriken Schüler experimentieren (bis 14 Jahre, vier Arbeiten) und Jugend forscht (sechs Arbeiten) verteilt waren.

Henrik Daniel (18)
Stefan Schubert (18)
Paul Seidel (16) und Jan Bielau (17)
Bei Schüler experimentieren wurden zwei dritte und ein erster Preis vergeben. Sieger hier war Tom Stiehler vom Paul-Gerhardt-Gymnasium Gräfenhainichen. Er hatte unter dem Titel "Ein alter Motor mit Zukunft" aus einfachsten Materialien (u.a. Bonbondose, Büroklammern) einen funktionsfähigen Stirlingmotor zusammengebaut und zudem noch eine Videodokumentation dazu angefertigt. Besonders hervorzuheben ist, dass er trotz anfänglicher Rückschläge nicht aufgegeben hat, sondern nach Analyse der Ursachen für die Fehlversuche mit verbesserten Komponenten so lange weiter nach einer Lösung gesucht hat, bis er schließlich verdienten Erfolg hatte.

In der Rubrik Jugend forscht wurde je ein erster, zweiter und dritter Preis vergeben. Sieger wurden Anton Anders und Sebastian Heerwald (ebenfalls vom Paul-Gerhardt-Gymnasium Gräfenhainichen) mit ihrer Arbeit "Elektronisch gesteuerte  Verfolgung von Einzellern bei Mikroskopen". Die Jungforscher hatten eine Kamera an einem Mikroskop befestigt und eine Bildverarbeitungssoftware entwickelt, die die Bewegung eines vom Bediener vorgegebenen Objekts verfolgt und mittels einer Zweiachs-Ansteuerung den Objekttisch des Mikroskops so nachführt, dass das Beobachtungsobjekt immer im Bild bleibt. Eine hervorragende Arbeit mit beeindruckendem Ergebnis!

Besonders erfreulich ist, dass die beiden Sonderpreise für Umwelt (je einer für "Schüler experimentieren" und "Jugend forscht") an Technikarbeiten vergeben wurden. Damit wurde bestätigt, dass Technik nicht nur, wie leider häufig assoziiert wird, für Umweltschäden verantwortlich ist, sondern auch erheblich bei deren Vermeidung und Überwindung helfen kann, ohne übermäßig auf gewohnten Komfort verzichten zu müssen. Der Umweltpreis für Schüler experimentieren ging an den Beitrag "Ein Segen für Vergessliche - Energiesparen leicht gemacht. Mit Sicherheit!" von Axel und Tim Kohlmann (Gymnasium Carolinum

Bernburg). Ergebnis dieser Arbeit ist eine Lichtschranke, die an einer Zimmertür angebracht werden kann und beim Verlassen des Raumes ausgewählte elektrische Verbraucher automatisch ausgeschaltet, damit nicht unnötig Energie verbraucht wird. Im Bereich Jugend forscht wurde der Umweltpreis dem Beitrag "Wenn die Ölquellen versiegen -  Niedertemperaturkonvertierung von Abfallstoffen zur Lösung des Erdölproblems" von Thomas Plathe (Landesschule Pforta) zuerkannt. Im Rahmen seiner Arbeit entstand eine Anlage, in der aus Rapsschrot eine heizölähnliche Substanz gewonnen werden kann.

Die beiden erstplazierten Arbeiten haben am Landeswettbewerb Sachsen-Anhalt am 1. und 2. April in Magdeburg teilgenommen, und vielleicht schafft es ja ein Beitrag sogar bis zum Bundeswettbewerb am 21.-24. Mai in Osnabrück.

Dr.-Ing.  Bernd Schmidt (VDI)
Dr.-Ing. Peter Salewsky (Leiter der VDI-BG Bitterfeld)

Juroren beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ Sachsen-Anhalt
Ausgabe 2/2009