
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) wird den Ausbau des Gemeinschaftsklärwerkes Bitterfeld-Wolfen (GKW) mit mehr als 3,7 Millionen Euro fördern. Die Mittel stammen aus dem Umweltinnovationsprogramm.
Bei der Erweiterungsinvestition handelt es sich um eine anaerobe Abwasservorbehandlungsanlage, die vor allem zur Reinigung stark salzhaltiger Abwasser genutzt werden soll und Pilotcharakter trägt. Mit der Entscheidung gegen einen weiteren BIOHOCH®-Reaktor hat sich das GKW nicht nur einem innovativen, sondern zugleich einem äußerst umweltfreundlichen Verfahren zugewandt. So erwartet man eine jährliche Einsparung von über 4.000 Tonnen CO2 im Vergleich zum jetzigen Zustand vor Kapazitätserweiterung.
Zudem kann das bei diesem Verfahren anfallende Biogas zur Wärme- und Elektroenergieerzeugung genutzt und dem betriebsinternen Energiekreislauf zugeführt werden. Für das anaerobe Verfahren spricht auch der verminderte Anfall von Klärschlamm. Nach dem alten Verfahren wären zusätzlich 28 % mehr Klärschlamm angefallen, nach dem neuen Verfahren werden es nur fünf Prozent sein.

Der Baubeginn ist nach derzeitigem Sachstand für das 2. Halbjahr 2009 vorgesehen.
Das Gemeinschaftsklärwerk Bitterfeld-Wolfen reinigt derzeit Abwasser aus 18 Gemeinden sowie der rund 360 Unternehmen des ChemieParks Bitterfeld Wolfen. Aufgrund deren zum Teil erheblichen Produktionserweiterungen sowie neuer Ansiedlungen ist eine Kapazitätserweiterung im Gemeinschaftsklärwerk Bitterfeld-Wolfen unbedingt erforderlich.
Presseinformation des Bundesministeriums für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel fördert ein Pilotprojekt zur innovativen Abwasserbehandlung im Gemeinschaftsklärwerk Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt). Das Unternehmen plant die Errichtung einer Anlage zur anaeroben Abwasservorbehandlung. Dabei wird Abwasser künftig vergärt, was gegenüber dem herkömmlichen Belebungsverfahren entscheidende Vorteile hat: Die zum Belüften nötige Energie entfällt und durch freiwerdendes Biogas entsteht ein zusätzlicher Energieträger. Das aus Mitteln der Klimaschutzinitiative des BMU mit 3,7 Millionen Euro geförderte Vorhaben spart mehr als 4.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein.
Gabriel: „Die Investition in diese moderne Anlage zur Abwasserbehandlung ist sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich weitsichtig. Sie ist wegweisend für andere Unternehmen, die industrielles Abwasser behandeln.“

In dem Gemeinschaftsklärwerk werden die häuslichen Abwässer von 18 Gemeinden sowie industrielles Abwasser von rund 300 Firmen und 60 produzierenden Unternehmen des ChemieParks Bitterfeld Wolfen gereinigt. Jedoch hat die Expansion umliegender Unternehmen eine Zunahme organisch hoch belasteter und extrem salzhaltiger Abwässer zur Folge, was einen Ausbau des Klärwerks notwendig macht. Bislang konnten nur salzhaltige Abwässer bis zu einer Konzentration von 10 Gramm pro Liter vergärt werden. Das Pilotprojekt in Bitterfeld-Wolfen soll nun zeigen, dass das energetisch effizientere Anaerobverfahren auch für Abwässer mit einem doppelt so hohen Salzgehalt einsetzbar ist.
Durch das neue Verfahren entfällt künftig auch der hohe Energiebedarf für die Belüftung. Zusätzlich entsteht Biogas, das zur Wärme- und Stromerzeugung genutzt werden kann. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem aeroben Abbau ist der geringere Klärschlammanfall.