Forschungsprojekt des Monats Januar 2009
Maschinenbau/Oberflächentechnik: Ist der Lack ab?
Dielektrische Kammsensoren für den Einsatz als online Prüfverfahren in Lackieranlagen

Prof. Dr. Thomas Rödel Das im Jahr 2007 gestartete Forschungsvorhaben „Dielektrische Kammsensoren für den Einsatz als online Prüfverfahren in Lackieranlagen“ ist eine Kooperation der Hochschule Merseburg (FH) mit dem Messgerätehersteller NETZSCH-Gerätebau GmbH und dem Lackproduzenten Karl Wörwag Lack-und Farbenfabrik GmbH & Co KG.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung der dielektrischen Analyse (DEA) mit Kammsensoren für die Einführung als online Prüfverfahren für die Prozesskontrolle in Lackieranlagen, insbesondere für die Automobilindustrie. Zum einen wird der Nutzen in einer verbesserten Qualitätskontrolle durch eine frühere Erkennung von Prozessstörungen gesehen. Damit wird die Reaktionszeit für Korrekturen und als Folge die Fehlerquote signifikant gesenkt.

Geplantes Einsatzgebiet: Lackieranlagen der Automobilindustrie
Auf Grund der Durchsatzgeschwindigkeiten moderner Lackierstraßen ist damit ein beträchtlicher ökonomischer Vorteil zu erwarten. Zum anderen soll durch die Aussagen der dielektrischen Analyse zu den optimalen Verarbeitungsbedingungen (z.B. Trocknung, Härtung) für variable Lackschichtdicken bzw. Oberflächeneffekte die Entwicklungszeit neuer Lacksysteme deutlich verkürzt werden.

Die DEA wird bisher primär in der Forschung und nur in Einzelfällen für Beschichtungen mit Kunststoff-Harzen in der Praxis genutzt. Sie bietet mit Hilfe der von Kammsensoren gewonnenen Daten eine direkte Aussage zum Verarbeitungs- und Härtungsverhalten in den Lackschichten.

Für die in der Praxis wesentlich bedeutsameren Acryl- oder PUR-Lacke sind geeignete Kammsensoren auszuwählen bzw. zu entwickeln. Die hohe Variabilität der Lacke (Farbe, Effekt, Formulierung) erfordert eine individuelle Anpassung der Prüftechnik an die einzelnen Lacksysteme. Die erhaltenen dielektrischen Daten ermöglichen eine Beziehung zu lackrelevanten Eigenschaften wie Härte, Abriebbeständigkeit oder Schlagzähigkeit.

Das BMBF unterstützt diese Forschung im Rahmen der Förderlinie „IngenieurNachwuchs“ mit insgesamt rund 206.000 Euro. Die Projektlaufzeit endet im Jahr 2011.

Zuwendungsempfänger: Hochschule Merseburg (FH)
Fachbereich Ingenieur- und Naturwissenschaften

Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Rödel

Zuständiger Projektträger: AiF Projektträger Forschung an Fachhochschulen
Bayenthalgürtel 23, 50968 Köln
Telefon: 0221 37680-49
www.aif.de/fh



Ausgabe 1/2009