Der 15.Juni 2007 war für die Schüler des Luther-Melanchthon-Gymnasiums nicht nur der lang ersehnte Freitag einer anstrengenden Schulwoche, sondern brachte neben wachsender Wochenendsehnsucht auch eine Vielzahl an neuen interessanten Ideen und Anregungen. Und genau das war das Ziel des vierten bundesweit veranstalteten „Tag der Technik“. Schüler der neunten bis zur elften Klassenstufe erfuhren dort viel über die wichtige Bedeutung technischer Berufe in heutiger Zeit, besonders auch im Bezug auf die Umwelt.
Das Problem der Knappheit an Auszubildenden und Studenten in dieser Richtung sollte den Schülern aufgezeigt werden und sie für diese Berufsrichtung interessieren. Um das Interesse der Schüler zu steigern, hatte man nach der Eröffnung in der schuleigenen Aula, Vorträge und Workshops organisiert, die Jeder besuchen konnte.
So erfuhren aufgeweckte Schüler u. a. etwas über den Ingenieurberuf, der von Vertretern des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI ), wie den Diplom-Ingenieuren Rainer Wäntig und Gerhard Brüsehaber, und Professor Dr. Klöditz von der Hochschule Anhalt, präsentiert wurde. Professor Dr. Hartmann informierte über die Planung eines neuen Campus im Haus in der Innenstadt Wittenbergs. Dort soll demnächst, im Leucorea-Gebäude eine private Hochschule des BITS-Projektes entstehen. Man soll in der neuen Bildungsstätte die Möglichkeit bekommen, sich im Bereich der Wirtschaftsinformatik als Wirtschaftsingenieur für erneuerbare Energien schulen zu lassen.
Hartmann sprach auch über das Ziel eine umweltschonendere Energiegewinnung auf der Basis regenerierbarer Ressourcen, wie der Solarenergie, Erdwärme, sowie Wind- und Wasserkraft, zu fördern. Zu diesem Thema stellte man das kleinste Wasserstoffauto der Welt aus, um den Fortschritt in der Umwelttechnik zu verdeutlichen. Dennoch, so war man sich einig, muss trotz der bereits errungenen kleineren Erfolge eine Menge mehr getan werden; und die Jugend sei nun mal der Schlüssel dazu.
Neben den Professoren und Ingenieuren waren ebenfalls Schüler und Lehrer anderer Bildungseinrichtungen Deutschlands angereist, um ihre Projekte und Ideen vorzustellen. So berichtete eine Schülergruppe des Paul-Gerhardt-Gymnasiums in Gräfenhainichen über ihre Erfolge bei „Jugend forscht“ und darüber, wie man sich in Eigeninitiative selbst Anregungen für eine Forschungsarbeit ganz einfach auch in einem Supermarkt beim Einkaufen holen kann.
Während die Schülerakademie CITI Havelberg Wissenswertes zum Thema „Formel 1“ und Autotechnik preisgab, stellte sich in einem anderen Workshop die FLL, die First Lego League vor: Eine Gruppe junger Schüler des Siemens-Gymnasiums Magdeburg, die mit ihren größtenteils aus Legosteinen in Eigenarbeit gefertigten Robotern schon so manchen nationalen und internationalen Rang belegt haben. Gerade der Zweig der Robotertechnik erhielt regen Zulauf, da man hier besonders das Zukunftsbild der Schüler ansprach.
Nachdem alle Workshops und Vorträge beendet wurden waren, schloss sich ein kleiner Technikwettbewerb an, der auf Grund des unebenen Schulhofes nach drinnen in das Schulgebäude verlegt werden musste.
Es handelte sich um ein Mausefallenwettrennen. Hierzu hatten Besucher aus den anderen Schulen ihre eigenen selbst erdachten Erfindungen mitgebracht. Allesamt kleinere Gefährte, die als einzige Konstruktionsregel eine Mausefalle als Antrieb haben mussten. Wie man diese letztendlich unterbrachte, war Jedem selbst überlassen. Während des Wettbewerbes, bekam man allerlei seltsam Anmutendes zu sehen. So bestanden das Siegermodel, welches die weiteste Strecke zurücklegte, aus einfachem Pappmaschee und einem ausgeklügelten Mechanismus und das Fahrzeug auf Rang zwei aus einem Paar Schallplatten und einer dünnen Metallachse. Natürlich spielten neben gestalterischen Ideenreichtum, besonders auch physikalische Gesetze eine große Rolle.
Nach dem Wettrennen, bot man im Luther-Melanchthon-Gymnasium eine kleine Stärkung für Teilnehmer und Gäste an, bevor man nach dem Mittag vier geplante Exkursionen durchführte:
Ein Ziel war die Polymer-Technik Elbe GmbH PTE, ein Unternehmen zur Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Kautschukmischungen. Des Weiteren die Feldbinder Spezialfahrzeuge GmbH zur Herstellung von Spezial-Tankfahrzeugen. Eine andere Gruppe besuchte die Augsburg GmbH, ein Unternehmen der BASF Bauchemie. Dort werden PCI-Produkte und PCI-Produktsysteme hergestellt. Und als letzte Möglichkeit bot man eine Betriebsbesichtigung in der SIG Combibloc GmbH In diesem modernen Werk werden Verpackungen unterschiedlicher Größe für flüssige und Lebensmittel wie Pastete hergestellt.
In diesen vier Betrieben, hatten die Besucher die Möglichkeit einen näheren Einblick in den Produktionsablauf zu bekommen und gleichzeitig auch den Einfluss der Technik genau zu beobachten.
Mit diesen Ausflügen endete der vierte „Tag der Technik“. Durch Ansprechen vieler Bereiche des Themas Technik und Möglichkeiten, die man zum Einstieg in diese Berufkette nutzen kann, wurde die Teilnahmebereitschaft der Schüler gefördert und zur Eigeninitiative motiviert.
Gut möglich, dass Einige an diesem Tag ein Faible für das Ingenieurswesen oder einen anderen technischorientierten Beruf entdeckt haben und somit auch in Zukunft weiter an wichtigen Projekten forschen wollen.