Auf Einladung der Dow Olefinverbund GmbH fandam 28. 6. 2007 in Schkopau das nunmehr 3. Symposium zu diesem Fachgebiet statt. Die Deutsche Kautschukgesellschaft, Bezirksgruppe Ost und der VDI Arbeitskreis Verfahrenstechnik Mitteldeutschland organisierten diese Veranstaltung, die auch von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, dem Institut für Polymerwerkstoffe e. V. und der Dechema e.V. mit unterstützt wurden. Hervorzuheben ist bei diesem Symposium, dass sich neben den Experten zu Elastomeren und Synthesekautschuk auch die Verfahrenstechniker an diesem Erfahrungsaustausch beteiligen, denn die Umsetzung neuer innovativer Produkte auf diesem Gebiet geht ohne die Erfahrung der Verfahrensingenieure nicht. Das konnte man sehr schön in dem Beitrag von Frau Dr.-Ing. Geier aus Hannover erfahren, die über ein neues kontinuierliches Mischverfahren für die Kautschukmischungen berichtete.

Das Symposium stand in diesem Jahr unter der Thematik „Innovationen für den Automobilbau“. Das Auto ist eins der „liebsten Kinder“ der Deutschen, aber auch Busse und Lastkraftwagen sind aus dem Leben nicht mehr wegzudenken, speziell wenn es um die Versorgung der gesamten Wirtschaft geht. Im Zusammenhang mit deren Weiterentwicklung und besonders durch neue Beschlüsse der EU, z. B. hinsichtlich der Schadstoffemissionen (CO2, Feinstaub, Kraftstoffeinsparung u. a.) und der Verwendung von gefährlichen Stoffen, sind Innovationen für den Automobilbau auch aus der Sicht der dort eingesetzten Elastomere gefragt. Was lag da näher, sich in der Einführung des Symposiums eine kompetente Meinung über die Anforderungen im Automobilbau an die Elastomeren zu holen. Herr Dipl.-Ing. Matthias Brettmann von der Audi AG aus Ingoldstadt zeigte klar die Forderungen und Aufgabenstellungen an Hochleistungselastomere im Auto auf. Immerhin sind heutzutage neben dem Reifen ca. 15% Kunststoffe und Elastomere im Auto und das mit steigender Tendenz. Einen Schwerpunkt legte er dabei auf die Abdichtungen, deren Kompliziertheit und Komplexität.
Frau Dr. Recker von der Continental AG zeigte auf, welches High-Tech-Produkt heute der Reifen darstellt und welche Aufgaben er zu erfüllen hat. Neben der Sicherheit auch bei hohen Geschwindigkeiten spielen die Verringerung des Rollreibungswiderstandes verbunden mit einer Erhöhung der Nassrutschfestigkeit und einer Verminderung des Abriebs eine immer größere Bedeutung.
Welche Bedeutung die Nanotechnologie auch in der Reifenwelt und bei den Elastomeranwendungen hat, zeigte Prof. Schuster vom Deutschen Kautschukinstitut in den Ergebnissen der Grundlagenuntersuchungen
seiner Forschungsgruppe auf.
Diplomingenieur Joachim Kiesekamp von der Dow Olefinverbund GmbH arbeitete in seinem Beitrag klar die Notwendigkeit neuer Syntheseverfahren für Elastomere heraus, ohne die es nicht zu solchen innovativen Hochleistungsprodukten, wie Reifen, kommen könnte. Ergänzt wurde er von Dr. Thiele aus dem Forschungsbereich von Dow, der über neue Synthesekautschuke für den Reifensektor sprach mit denen es gelingt, den Rollreibwiderstand drastisch zu vermindern, was letztendlich zu einer Kraftstoffeinsparung und einen Beitrag zur CO2-Minderung liefert. Die Mittagspause wurde verbunden mit einem Besuch des Fraunhofer Pilotanlagenzentrum für Polymersynthesen am Standort Schkopau. Hier bestand die Möglichkeit, eine neu entwickelte Technologie in Aktion zu sehen, die auf dem Gebiet der Elastomersynthese zu drastischen Energieeinsparungen führt und die erstmals weltweit im Pilotmaßstab in Schkopau erfolgreich implementiert wurde. Da zum gleichen Zeitpunkt zu dieser Technologie im Pilotanlagenzentrum ein internationaler Workshop mit über 60 Teilnehmern stattfand, wurde die „Mittagspause“ zu einem besonderen Erlebnis und Erfahrungsaustausch unter den Fachleuten beider Veranstaltungen.
Abgerundet wurde das Symposium mit einer Besichtigung der Dow Olefinverbund GmbH. Trotz der späten Stunde nahmen praktisch alle Teilnehmer die Einladung an und konnten sich bei der Rundfahrt durch das Werksgelände selbst davon überzeugen, dass am Standort Schkopau weiter investiert wird. So konnten sie sich u.a. vom Realisierungsstand des Onyx-Vorhaben überzeugen, welches im nächsten Jahr in Produktion geht und Produkte für die Automobilindustrie liefern wird. Von der angekündigten Erweiterung der Synthesekautschukanlage konnte man allerdings noch nichts sehen und nur erahnen, wo die Anlage stehen wird. Wenn in drei Jahren dann wieder zum 4. Kautschuksymposium eingeladen wird, werden die Teilnehmer sicherlich die Erweiterung schon im Betrieb sehen können.