Glückwunsch und Dank der Landesregierung Sachsen-Anhalt überbrachten Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff und Dr. Joachim Welz vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt. Haseloff würdigte das IPW als „Symbol für den gelungenen Neuanfang in den neuen Ländern, dessen Gründung vor 15 Jahren eine strategische Entscheidung war, um Forschungspotential in der Region zu halten“. Das IPW habe „Pilotcharakter“, um die durch Umstrukturierungen nach der Wende entstandene Lücke zwischen Forschung und Industrie zu überbrücken. Für die Zukunft gewinne die Bindung von Universitätsabsolventen an die Region durch frühzeitige Einbeziehung in wissenschaftliche Netzwerke zunehmende Bedeutung für die Arbeit des IPW. „Denn noch wandern 90 Prozent der Natur- und Ingenieurwissenschaftler, die in Sachsen-Anhalt ihr Studium absolvieren, ab.“ Am IPW sind neun Mitarbeiter und weitere 14 Mitarbeiter in der aus dem IPW hervorgegangenen Polymer Service GmbH Merseburg beschäftigt, die größtenteils zuvor in den polymerwissenschaftlichen Gruppen des ehemaligen Fachbereiches Ingenieurwissenschaften sowie den Fachbereichen Chemie und Physik der halleschen Universität studierten oder tätig waren.
Welz stellte fest, dass das Kompetenzzentrum Chemie/Kunststoffe und die unmittelbar bevorstehende Gründung des KunststoffkompetenzZentrums von Universität, Hochschule Merseburg und weiteren Partnern Beispiele für moderne staatliche Innovationsförderung seien.
Die umfangreichen Kontakte des IPW zu über 30 universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie derzeit 133 Industriepartnern in 14 Ländern machten das IPW zu einem „exemplarischen Vorbild für alle An-Institute“, hob Prof. Dr. Bernd Six, Prorektor für strategische Entwicklung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hervor. Aus Sicht der Universität sei das IPW auch in Zukunft von strategischer Bedeutung: „Das in Gründung befindliche Kunststoffkompetenzzentrum Halle-Merseburg (KKZ) bündelt die Potentiale von Universität, Hochschule Merseburg, IPW und Polymer Service GmbH Merseburg.“
Dr. Christoph Mühlhaus, Generalbevollmächtigter der DOW Olefinverbund GmbH, sprach als Vertreter des größten Kunststoffproduzenten in den neuen Ländern gleichzeitig für die zahlreichen Industriepartner des IPW: Ein Unternehmen wie DOW komme trotz eigener umfangreicher Forschungskapazitäten nicht ohne Forschungspartner in der Region aus. In dem von der DOW begründeten Netzwerk Kunststofftechnik (Polykum e.V.) war das IPW von Anfang an dabei.
Die rund 600 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) der mitteldeutschen Kunststoffindustrie verfügen in der Regel nicht über eigene Forschungs- und Entwicklungskapazitäten und sind daher auf derartige Netzwerke und Unterstützung durch Forschungseinrichtungen wie das IPW angewiesen“, betonte Dr. Jürgen Andrick, Geschäftsführer Industrie, Innovation und Umwelt der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau. Andrick, seit IPW-Gründung dessen Beiratsvorsitzender und langjähriger Berater, betont die engen Kontakte zwischen IHK und IPW etwa bei der Kontaktvermittlung zu Unternehmen, Patentrecherchen und der Organisation von Tagungen." „Der Wissenstransfer ist unsere wichtigste Aufgabe“, erläutert Professor Dr. Goerg Michler, Vorstandsvorsitzender des IPW, in seinen Einführungsworten: „Gerade für die KMU besteht nach wie vor ein Bedarf an Instituten, die Ergebnisse der Grundlagenforschung so aufbereiten, dass sie für diese Unternehmen nutzbar sind.“
15 Jahre nach der Gründung gilt das Institut für Polymerwerkstoffe e.V. als internationales Kompetenzzentrum für Polymerforschung und Kunststoffverarbeitung. Die Forschungstätigkeit des Instituts dient dazu, Kunststoffe mit verbesserten Eigenschaften für Anwendungen in Haushalt, Technik, Automobilbau und Medizin herzustellen, so zum Beispiel Implantate und Katheter für medizinische Anwendungen. Seit seiner Gründung dient das IPW als Brücke zwischen Wissenschaft und Industrie und widmet sich neben dem Wissenstransfer in die Wirtschaft auch der Organisation und Durchführung von jährlich fünf bis sechs Weiterbildungsveranstaltungen, Symposien oder Tagungen. Zu den Aufgaben des Instituts zählen dabei u. a. Kunststoffprüfungen und Schadensfallanalysen, Technologie- und Know-How-Transfer ebenso wie diverse Dienstleistungen und Beratungen. In der Anwendung neuester mikroskopischer und elektronenmikroskopischer Verfahren zur Aufklärung der Struktur-Eigenschafts-Beziehungen von nanostrukturierten Biomaterialien nimmt das IPW weltweit eine Spitzenposition ein.
Das IPW ist eng mit den jetzigen Bereichen Chemie, Physik, und den Zentren für Material- und Ingenieurwissenschaften der Martin-Luther-Universität, dem Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik und dem Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik in Halle sowie dem Fraunhofer-Pilotanlagenzentrum Schkopau verbunden. Das Institut, das von einem Vorstand geleitet wird, gliedert sich in vier Abteilungen und das Demonstrationszentrum.
Nähere Informationen unter www.ipw.uni-halle.de