
Die hübsche Kleinstadt Waren an der Müritz mitten in der Mecklenburger Seenplatte war das diesjährige Ziel der großen Jahresexkursion des AK Umwelttechnik. 14 Teilnehmer hatten sich am Wochenende vom 13.-15.07.07 zu dieser Fahrt zusammengefunden.
Das fachliche Ziel der Exkursion war ein Besuch bei der Mecklenburger Metallguss GmbH (MMG), einem renommierten Hersteller großer Schiffspropeller. Der Geschäftsführer, Herr Dipl.-Ing. Jürgen Eberlein, hatte es sich nicht nehmen lassen, unsere Gruppe zu empfangen und während des ca. 2-stündigen Besuches zu betreuen. Als Schiffbau-Laien führte er uns anschaulich die Bedeutung des Propellers als ein sehr gewichtiges "Anhängsel" eines Schiffes vor Augen. Als entscheidendes Bindeglied zwischen der Kraft der Hauptmaschine und dem Wasser muss er ein Schiff mit möglichst hoher Geschwindigkeit über die Weltmeere schieben. Die Mecklenburger Metallguss GmbH nimmt die Spitzenposition unter den weltweit führenden Propellerherstellern ein. In Waren werden Propeller für alle Schiffsklassen und -größen gefertigt. Im Unternehmen wurden u. a. die Propeller für den größten Doppelhüllentanker, das größte Containerschiff und das schnellste Containerschiff der Welt entworfen und hergestellt. Das Werk hält den gegenwärtigen Weltrekord mit einem Propeller von 11,3 m Durchmesser und einem Fertiggewicht von 131,5 t.
Nach den einleitenden Erläuterungen konnten wir den gesamten Fertigungsprozess besichtigen. Spezielle Kupferlegierungen sind das Ausgangmaterial für den Gießprozess. In modernen Mittelfrequenz-Induktionsöfen werden bis zu 200 t der hochwertigen Legierung geschmolzen und in die aufwändig gefertigte Gießform gegeben. Für die Bearbeitung der Rohlinge und Umsetzung des optimierten Propellerentwurfs stehen mehrere hochmoderne Fräs- und Bohrwerke zur Verfügung. Diese Spezialmaschinen sind so dimensioniert, dass sie allen gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen an Propellergröße, Form und Gewicht gerecht werden.

Trotzdem müssen in der Endfertigung selbst bei den größten und schwersten Propellern in sensiblen Bereichen in mühevoller Handarbeit Schleifarbeiten mit höchster Präzision durchgeführt werden.
Umwelttechnisch gesehen stand und steht das Unternehmen ebenfalls vor großen Aufgaben. Die Problematik von Gießereibetrieben dürfte allgemein bekannt sein. Der Umgang mit den Feinstäuben beim Schleifen in der Endfertigung und generelle Lärmschutzmaßnahmen für den ge-samten Betrieb sind hier die Hauptaufgabenbereiche. Der schon 1875 gegründete Produktionsstandort liegt heute mitten im Stadtgebiet von Waren und muss sich somit voll und ganz den umwelttechnischen Anforderungen stellen.
Alle Teilnehmer waren beeindruckt von dem, was man bei der MMG gehört und gesehen hatte. Aber auch der weitere Aufenthalt in Waren, mit der abendlichen Stadtführung am Anreisetag und einer Dampferfahrt auf der Müritz und dem Kölpinsee bei herrlichstem Sommerwetter am Samstag waren ein Erlebnis. Es kam hinzu, dass wir zufällig das Wochenende ausgewählt hatten, an dem das alljährliche Müritzfest stattfand. So war am Freitagabend ein hervorragendes Höhenfeuerwerk über der Binnenmüritz zu bewundern.