Besuch Prof. Sammy Boussiba 2. - 4.5.2007
(Jacob Blaustein Institute for Desert Research, Ben Gurion University, BGU)

Der Besuch diente der wissenschaftlichen Koordinierung eines gemeinsamen Forschungsprojektes zwischen der Hochschule Anhalt (Arbeitsgruppe Biochemie/Algenbiotechnologie - Prof. Griehl, Arbeitsgruppe Bioverfahrenstechnik - Prof. Meusel) und der Ben Gurion Universität des Negev (Israel) mit dem Thema „Entwicklung eines integrativen Prozesses zur Abwasserreinigung und zur Produktion von wertvollen Substanzen durch ausgewählte Mikroalgen“. Hierbei handelt es sich um ein innovatives, integratives Abwasserreinigungsverfahren zur biologischen Behandlung von israelischen kommunalen Abwässern mittels Bakterien-Mikroalgen-Biozönosen mit simultaner Wertstoffgewinnung. An der israelischen Partneruniversität werden nach der Isolation von geeigneten Mikroorganismen an den entsprechenden Standorten die Untersuchungen zur Abwasserbehandlung durchgeführt. An der Hochschule Anhalt in Köthen erfolgen die Untersuchung und Selektion der für die Abwasserbehandlung geeigneten Mikroalgenspezies, die Wertstoffgewinnung und die verfahrenstechnische Optimierung des Prozesses.

Während seines Aufenthaltes hielt Prof. Boussiba einen Vortrag zum Thema „Astaxanthin aus Haematococcus“, der v.a. auch deshalb mit großem Interesse aufgenommen wurde, da sich die Arbeitsgruppe Biochemie/Algenbiotechnologie von Frau Prof. Griehl sehr intensiv mit der Gewinnung von Astaxanthin aus coccalen Grünalgen in einem vom BMBF geförderten Forschungsprojekt beschäftigt. Astaxanthin ist der Farbstoff, der zur Färbung von Lachsen im Tonnenmaßstab benötigt wird (Marktvolumen 17 Mio. US$ in 2004, nach Schätzungen steigt dieser Anteil bis 2009 auf 40 Mio. US$) und der zukünftig aufgrund seiner interessanten pharmakologischen Effekte (u. a. krebshemmende Wirkung) auch im Functional Food Bereich ein hohes Anwendungspotenzial verspricht.

Im Rahmen des Besuches von Prof. Boussiba wurden des Weiteren Absprachen über wissenschaftliche Zusammenarbeit auf anderen Gebieten der Mikroalgenbiotechnologie getroffen und ein Austausch von Wissenschaftlern und Studenten für weitere Projekte anvisiert.

Ausgabe 3/2007