Vom 28. Februar bis 1. März fand die 6. Jahrestagung zum Datenfunk in der industriellen Automatisierung statt. Das ifak Magdeburg hatte die Fachtagung in Zusammenarbeit mit dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) als Organisator erstmalig in die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts holen können. Der Einladung waren mit 120 Experten mehr Teilnehmer gefolgt als bei allen vorausgegangenen Tagungen dieser Reihe.
Im Teilnehmerkreis bildeten mit 80 % Entwickler und Hersteller von Geräten und Komponenten für Funklösungen in der Automatisierung sowie Anwender aus der Industrie die größte Gruppe.
Zwei Tage lang tauschten sich die Experten in 6 Fachsitzungen ausgiebig über Anwendungs-erfahrungen und aktuelle Entwicklungen aus. Die drahtlose Kommunikation hat in Form von Mobiltelefonen, Schnurlostelefonen oder Wireless LAN längst Einzug in unseren Alltag gehalten. Die besonderen Bedingungen in einer Gießereihalle oder in einer Montagehalle für den Airbus verlangen aber sehr viel zuverlässigere Funklösungen. Erst dann kann der Rumpf eines Airbus sicher für Mensch und Anlagenteile von einem komplexen Transportsystem durch die Halle bewegt werden. Im Maschinenbau können Kosten für die Installation von Kabeln zu schlecht erreichbaren Sensoren gespart werden und die Überwachung drehender Teile wie z. B. bei Verseilmaschinen kann durch die Funkübertragung wesentlich leistungsfähiger oder preiswerter gestaltet werden. Vorgestellt wurden auch Anwendungen, bei denen Messdaten und Steuerungsinformationen über Straßen und Kanäle zu übertragen waren. Der Einsatz von Kabeln kommt hier aus Kostengründen nicht in Betracht.
In einer Pilotinstallation in der Experi-mentellen Fabrik Magdeburg wurde den interessierten Tagungsteilnehmern de-monstriert, wie die Vielfalt der Funk-anwendungen in einer Fabrikhalle beherrschbar ist. Da die erforderlichen Frequenzbänder nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen, bestehen Befürchtungen, dass die Zuverlässigkeit nicht gewährleistet sein könnte.
Die Entscheidung, die Jahrestagung am ifak Magdeburg durchzuführen, ist zugleich eine Anerkennung der wissenschaftlichen Tätigkeit des ifak auf dem Gebiet der drahtlosen Kommunikation in der Automation.
Denn obwohl Herr Dr.
Lutz Rauchhaupt, Schwer-punktleiter im ifak, seit der ersten Veranstaltung die wissenschaftliche Tagungsleitung inne hat, war die Entscheidung zum Tagungsort angesichts weniger Hersteller und Anwender in Sachsen-Anhalt nicht ohne Risiko. Um so höher ist zu werten, dass das Fachtreffen 2007 das bisher erfolgreichste war. So waren alle bedeutenden Hersteller der Automatisierungsindustrie anwesend. Die große Resonanz ist eine Wertschätzung der sehr praxisorientierten Forschungsarbeit der Magdeburger Wissenschaftler auf dem Gebiet der Automatisierungstechnik.
Wie Prof. Ulrich Jumar als Institutsleiter des ifak betont, hat sich diese Tagung als wichtige Plattform des Erfahrungsaustauschs für Hersteller und Anwender von Funklösungen entwickelt. Die drahtlose industrielle Kommunikation gehört nach Einschätzung des ZVEI Zentralverbandes Elektrotechnik und Elektronikindustrie zu den Schlüsselthemen der Automatisierungstechnik. Die Arbeiten sind zugleich geeignet, die Position der deutschen Automatisierungsbranche international zu stärken. Speziell in diesem Bereich werden im Übrigen dringend gut ausgebildete Fachkräfte gesucht. Mit seinem Angebot an Praktikums- und Diplomplätzen schafft das Magdeburger Institut ifak den Studierenden einen Einstieg in dieses innovative Fachgebiet.
Übrigens ist die oft gefürchtete Strahlenbelastung bei den hier in Frage kommenden Funklösungen sehr viel geringer als bei Mobil- oder Schnurlostelefonen oder bei einer Mikrowelle.