Nach über 100 Jahren in neuem Glanz

Die Bezirksgruppe Wittenberg des VDI informierte sich bereits auf Ihrer Jahresversammlung im Januar über die interessante Wittenberger Industriegeschichte.
Eines der dabei erwähnten traditionsreichen Gebäude konnte nun am 23. Februar 2007 genauer besichtigt werden. Die Stadtwerke Lutherstadt Wittenberg GmbH hatte in ihr neues Verwaltungsgebäude in der Lucas-Cranach-Straße eingeladen.
Vor ca. 20 interessierten Gästen stellte Lutz Haberkorn, Leiter der Abteilung Stromversorgung der Stadtwerke, Geschichte und Gegenwart des Hauses vor, das im Jahre 1901 als Druckerei des Verlages Herrosé und Ziemsen erbaut wurde und später über viele Jahre hinweg der Firmensitz der Wäscherei Lambert war.

Im Jahre 2000 fiel bei den Wittenberger Stadtwerken die Entscheidung, einen zentralen Standort zu suchen. Bisher waren die einzelnen Fachabteilungen auf vier Außenstellen verteilt, unübersichtlich für die Kunden. Ein Neubau wurde zunächst in Erwägung gezogen, dann aber doch der Erhalt eines historischen Gebäudes favorisiert. Für das seit 1999 dem Verfall preisgegebene Grundstück der insolventen Wäscherei Lambert kam die Rettung in letzter Minute.

Zustand vor der Sanierung2003 begannen die Bauarbeiten. Die Auflagen des Denkmalschutzes waren hoch.     Herr Haberkorn erläuterte die Schwierigkeiten. Die alte Klinkerfassade musste erhalten werden, ein Teil der Ziegel wurde nachgebrannt – in Sonderanfertigung, da das damalige Maß heute nicht mehr gebräuchlich ist. Holzfenster wurden ebenso vorgeschrieben, wie der Erhalt der gusseisernen Säulen im Inneren des Gebäudes.      Es galt, viele Hürden zu meistern, bis die Stadtwerke im November 2004 in ihr neues Verwaltungsgebäude einziehen konnten.

und heute - der Firmensitz der Wittenberger StadtwerkeBei einem Rundgang durch das Haus, durch die Büros, Lager und Technikräume konnten die Besucher noch einige Besonderheiten entdecken, alte, restaurierte Türen mit moderner Technik beispielsweise, oder ein Treppenhaus, dessen Geländer – wie auch die schon erwähnten Säulen – im damaligen Wittenberger Eisenwerk Joly        gefertigt und originalgetreu wieder aufgearbeitet wurde.
Die interessierten Besucher verließen nach fast drei Stunden die Veranstaltung mit       dem Gefühl, dass auch in den nächsten 100 Jahren die Zukunft dieses historischen Gebäudes in der Nähe des Stadtzentrums gesichert ist.

Dipl.-Ing. Karin
Tuch(VDI-BG Wittenberg)
Ausgabe 2/2007