|
Studentische Initiative will die Zusammenarbeit der Hochschule mit der Industrie fördern
In Nummer 1 der Ing-Post wurde u. a. das Projekt „Campus meets engineering“ vorgestellt. Anliegen dieses Projektes ist es, neue Wege des Kontakts zwischen Industrie und Hochschule zu erschließen, indem man ganz stark das Interesse der Studenten als wichtige Triebkraft einzubeziehen versucht hat. Heute sprach unsere Redaktion mit zwei der Initiatoren, die aus dem Bereich Studenten und Jungingenieure kommen.
Ing-Post:
Das Programm nimmt Gestalt an und erste Bemühungen um Kontakte haben Sie absolviert. Wie sieht denn die Situation konkret aus?
Marcus Turré:
Wir müssen in den nächsten Wochen einen entscheidenden Schritt nach vorn machen, daß wir Zusagen von so und so vielen Firmen vorweisen können, die unsere Veranstaltung mitgestalten oder besuchen wollen. Das wäre ein Fundament, auf das wir dann aufbauen könnten.
Ing-Post:
Welchen Nutzen können Sie denn den Teilnehmern an diesem Unternehmen in Aussicht stellen und welche Interessen sprechen Sie an?
Florian Finger:
Die Interessenten sind auf zwei Seiten zu sehen. Zum einen ganz klar die Studenten, die bei der Suche nach Themen für Praktika und Diplomarbeiten neue Möglichkeiten erschließen möchten und natürlich Jobs für ihren Start ins Arbeitsleben. Die andere Seite ist die Industrie, die Ingenieure sucht und genau der Industrie bieten wir hier eine Plattform, sich vorzustellen. Aus dieser Idee heraus ist das Projekt entstanden.
Marcus Turré:
Dabei zählt sowohl der nicht genau zu berechnende Image-Gewinn, den ein Unternehmen hat, das sich auf dieser Plattform darstellt. Aber es haben auch viele Firmen bereits Kooperationsverträge mit der Hochschule. Da ist es zu erwarten, daß einige hier Flagge zeigen wollen. Firmen mit Ingenieurbedarf sollten auch zeigen, welche Möglichkeiten für Ingenieurarbeitsplätze hier bestehen. In der Regel wollen die Studierenden schon in der Region bleiben, wenn es denn möglich ist. Und da sollten sich die Interessen der Firmen und der Studenten in diesem Projekt treffen.
Ing-Post:
Und wie sieht es aus mit kurzfristigem Nutzen durch den Aufbau von Zusammenarbeit bei konkreten Problemen?
Florian Finger:
Es wäre natürlich schön, mit unserem Konzept der Kontaktmesse Firmen anzusprechen, die noch nicht hier waren und so neue Kooperationen aufgebaut werden könnten.
Ing-Post: Es ist also definitiv daran gedacht, daß jemand mit seinem Problem aus der Praxis an diesem Tag im Gespräch herausfinden kann, welche Partner, Interessenten und Lösungsmöglichkeiten hier an der Hochschule zu finden sind?
Florian Finger:
Natürlich. Es sollen Kontakte zum Ausprobieren einer Zusammenarbeit geknüpft werden, sei es als Praktikum, als Diplomarbeit oder bei der Nutzung von Forschungskapazitäten. Es ist ja auch keine unautorisierte Studentenveranstaltung, der Lehrkörper ist mit dabei.
Marcus Turré:
Damit kann der Background von Forschungskompetenzen erschlossen werden, der hier an der Hochschule vorhanden ist, aber nicht unbedingt jeder Firma im eigenen Hause zur Verfügung steht. Das Interesse der Hochschule am Aufbau solcher Zusammenarbeit ist eindeutig. Professor Kirbs, Prorektor für Forschung unterstützt unser Anliegen voll und ganz. Die Firmen sollen auch die Gelegenheit nutzen können, mit den Professoren und dem Rektorat ins Gespräch zu kommen. Die werden also auf alle Fälle diesen Tag als wichtigen Termin wahrnehmen. Da sollte es doch wesentlich einfacher sein, Kontakte aufzunehmen als bei einem formalen Besuch im Rektorat. Wir wollen auch erreichen, daß die Hochschule nicht wie eine unübersichtliche Behörde erscheint.
Ing-Post:
Und wie geht es voran beim Ansprechen potentieller Interessenten aus der Industrie?
Florian Finger:
Wir sind jetzt in dem Sinne in einer “kritischen“ Phase, daß wir dringend die Unterstützung einer Organisation mit guten Kontakten zur Industrie brauchen. Wir versprechen uns von den Hinweisen und Ratschlägen sehr viel, die wir durch ein Gespräch beim Vorstand des Halleschen BV des VDI zu erhalten hoffen.
Marcus Turré:
Als neueste Entwicklung hat sich in einem Gespräch mit Prof. Picht (Abteilung Energiewirtschaft) auch ergeben, daß der Merseburger Solartag, der dieses Jahr zum 10. Mal stattfindet, in das Programm integriert wird. Durch diese zeitliche Bündelung wird das Angebot um einen wissenschaftlichen Baustein bereichert, den wir als studentisches Projekt schwer anbieten könnten, während hier Prof. Picht Vorträge organisieren kann, die den neuesten wissenschaftlichen Stand repräsentieren. Und das bewirkt natürlich auch wiederum das Interesse von Firmen wie Q.CELLS, die einerseits für die Forschung als Partner sehr interessant sind, um neue Erkenntnisse und Entwicklungen vorzustellen, aber ebenso auch aus studentischer Sicht. Das sind schlagkräftige Wirtschaftsfaktoren und potentielle Arbeitgeber, die sicher auch eine Menge an Führungsnachwuchs brauchen.
Das Gespräch führte Dr. Gerhard Kämpfer
(Mitglied des Redaktions-Teams)
|